Smart das Haus finanzieren

Wer heute neu baut, hat mittlerweile vielfältige gesetzliche Anforderungen zur Energieeffizienz zu erfüllen. Durch das bundesweit gültige Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das den rechtlichen Rahmen für die Energieeinsparverordnung (EnEV) bildet, sind die Standards an den Energiebedarf von Neubauten festgelegt. Die Standards können durch die Kombination von Bautechnik, beispielsweise der Gebäudedämmung, und effizienter Haustechnik, wie den Einsatz erneuerbarer Energien, erreicht werden.

Wer in seinem neu gebauten Wohn- oder Geschäftsgebäude elektrischen Strom aus erneuerbaren Energien nutzt, kann sich freuen, da dieser regenerativ erzeugte Strom auf die Energiebilanz des Gebäudes angerechnet wird – so die Vorgabe der EnEV. Der Strom wird bei der EnEV-Berechnung vom Endenergiebedarf für Strom abgezogen, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind:

Erzeugung: Der Strom wird im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude erzeugt.

Nutzung: Der Strom wird vorrangig im Gebäude selbst genutzt.

Einspeisung: Nur die überschüssige Energiemenge wird in ein öffentliches Netz eingespeist. 

Bei der EnEV-Berechnung wird der Solarstromertrag mit angerechnet, und auf „indirekte Weise“ ist die Photovoltaik-Anlage zur Erfüllung der Nutzungspflicht nach dem EEWärmeG berücksichtigt.

Dass sich daraus Chancen für eine attraktive Finanzierung des Bauvorhabens ergeben, verdeutlichen die aktuellen Förderprogramme der KfW-Bank zum energieeffizienten Bauen (KfW-Programm Nr. 153, siehe Abbildung 1). Erfüllt oder unterschreitet der Bauherr die Anforderungen der EnEV, kann er ein zinsgünstiges Darlehen sowie teilweise zusätzlich hohe Tilgungszuschüsse in Anspruch nehmen.

Um den Standard KfW-Effizienzhaus-40 Plus zu erreichen und von bis zu 15 Prozent Tilgungszuschuss zu profitieren, ist eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien sowie ein Batteriespeichersystem Pflicht. Auch hier gilt, dass der beispielsweise durch eine PV-Anlage erzeugte Strom nachweislich vorrangig im Gebäude selbst genutzt werden muss.

Mit der Sonne zum eigenen Strom

Dass Eigenstrommodelle durchaus als Triebfeder der Energiewende betrachtet werden können, hat die bundeseigene Förderbank KfW erkannt. Das E-Werk Mittelbaden, regionaler Stromversorger und Energiedienstleister in der Ortenau, hat diesen Ansatz schon sehr früh erkannt und bietet mit der Dienstleistung E>service//Solardach seit Mai 2014 ein Eigenstrommodell an. Jeder, der ein Dach über dem Kopf hat, egal ob Privatperson oder Gewerbetrieb, kann damit Betreiber einer Photovoltaik-Anlage werden. Das E-Werk Mittelbaden übernimmt sämtliche Kosten für die Planung, Finanzierung und Errichtung der Anlage auf dem Gebäude des Kunden. Die Anlage wird an den Kunden über einen Zeitraum von 15 Jahren verpachtet, wodurch er zum kaufmännischen Betreiber wird und den erzeugten Strom selbst nutzt. Wird mehr Strom produziert als aktuell im Gebäude gebraucht wird, wird der Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist und gemäß EEG an den Kunden vergütet (Abbildung 2).

 

 

Den technischen Betrieb, also die regelmäßige Wartung und die Instandhaltung der Photovoltaik-Anlage, übernimmt über die Vertragslaufzeit wiederrum das E-Werk Mittelbaden. Für den Kunden fällt ab der Inbetriebnahme lediglich monatlich ein fester Betrag für Pacht- und Betriebsführung an, je nach Anlagengröße ab 49,- Euro.

Wichtig ist, bei der Planung der Anlage auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen. „Wir planen die Anlagen so groß wie nötig und so klein wie möglich“, erläutert Projektleiter Michael Mathuni. „ Ziel ist, möglichst viel eigenen Strom selbst zu verbrauchen. Meist reicht dafür eine Anlage mit drei bis fünf Kilowattpeak schon aus.“

Das Pachtverhältnis zwischen dem E-Werk Mittelbaden (Eigentümer) und dem Dachbesitzer (Betreiber) besteht 15 Jahre. Danach ist die Anlage abbezahlt und kann für einen geringen Restwert übernommen werden. „Die zu erwartende Lebensdauer der Anlage liegt bei 25 Jahren“, sagt Mathuni. „Während der Vertragslaufzeit kümmern wir uns um die Wartung, beheben Schäden und helfen beim Beantragen der Einspeisevergütung sowie bei steuerlichen Themen.“

Speichern statt einspeisen

Um den Eigenstromverbrauch zu erhöhen und die Eigenstromerzeugungsanlage wirtschaftlicher zu betreiben, gibt es neben neuen Speichertechnologien auch bewährte Lösungen. 

Der Einsatz eines Batteriespeichers, der den erzeugten Solarstrom tagsüber zwischenspeichert und nachts zur Verfügung stellt, ist ein neuer Ansatz, der sich durch fallende Komponentenkosten und eine staatliche Förderung durch die KfW-Bank immer attraktiv darstellen wird. Der Eigenverbrauchsanteil lässt sich durch den Einsatz solcher Systeme nachweislich um bis zu 50 Prozent erhöhen. „Das E-Werk Mittelbaden nimmt auch bei diesem innovativen Thema eine Vorreiterrolle ein und bietet Solarstromspeicher als Pachtmodell an“, sagt Mathuni. „Dazu gehört das bewährte Rundum-Sorglos-Paket, bestehend aus Finanzierung, Montage, Wartung und Instandhaltung des Speichers. Gerade beim Neubau sind unsere Pachtangebote inklusive Service-Komplettpaket interessant, da der Kunde dadurch die KfW-Effizienzhausstandards erfüllt, seinen Neubau attraktiv finanziert und andererseits weder Aufwand noch Risiko für die Anlagentechnik übernehmen muss.“ Der Batteriespeicher kann entweder separat zu einer bestehenden Photovoltaik-Anlage ergänzt werden, oder bei einer Neuinstallation gleich inbegriffen sein.

Eine klassische Warmwasser-Wärmepumpe ist eine weitere Anwendung zur Zwischenspeicherung von eigen erzeugtem Solarstrom. „Bei dieser bewährten Technologie wird die gerade nicht benötigte Sonnenenergie in Wärme umgewandelt“, sagt Konrad Geppert, Energieberater beim E-Werk Mittelbaden. „Das ist doppelt effizient. Zum einen, weil bei der Warmwasser-Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme entstehen. Zum anderen, weil die Solarenergie im Warmwasserspeicher zwischengespeichert wird. Dadurch erhöht sich die Rentabilität der Solaranlage.“ Dafür sorgt insbesondere die intelligente Regelung der Warmwasser-Wärmepumpe. Sie gibt vor, dass die Wärmepumpe dann bevorzugt betrieben wird, wenn genug Strom von der Photovoltaik-Anlage zur Verfügung steht. In dem Fall wird automatisch ein zweiter, höherer Warmwasser-Sollwert aktiviert, um besonders viel Energie zu speichern. Geppert: „Mit dieser Technik lässt sich der Energieaufwand für die Warmwasserbereitung um bis zu 85 Prozent reduzieren.“

Weitere Informationen erhalten Interessenten in der E>welt, dem Informations- und Beratungszentrum des E-Werk Mittelbaden in Offenburg.